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Erinnerungskulturen in Europa

„Der Kampf um die europäische Erinnerung: Ein Schlachtfeld wird besichtigt“ – so lautet der Titel einer Publikation aus dem Jahr 2011. Der Politikwissenschaftler Claus Leggewie geht darin der Frage nach, ob eine ‚europäische Identität‘ auf der Basis einer gemeinsamen Vergangenheit und Erinnerung existiert. Er kommt zu dem Schluss, dass weder von ‚einer‘ europäischen Erinnerungskultur, noch von ‚einer‘ europäischen Identität gesprochen werden kann. Das ‚kollektive Gedächtnis Europas‘ sei ebenso vielfältig wie seine Nationen und Kulturen. Stalinismus und Kolonialismus, Vertreibungen und Migration sind Teil der europäischen Geschichte: Ihnen kommen in den jeweiligen Nationen unterschiedliche Gewichtungen zu. Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik der Deutschen, die Shoah und der so genannte ‚Kalte Krieg‘ von 1945–1989 bilden die Kulminationspunkte der erinnerten europäischen Vergangenheit.

Einen Einblick in die Theorie vom gesellschaftlichen Erinnern und Gedenken und in Traditionen und Formen des Erinnerns in Portugal, Frankreich, Polen und Deutschland gibt dieses dritte Modul für die Annäherung an Geschichtsarbeit in europäischer Perspektive (nicht nur) zu jüdischen Geschichten.