Gedenktafel für die Alte Synagoge Potsdam
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Alte Synagoge Potsdam

Unmittelbar neben dem Postgebäude am Platz der Einheit stand die am 17. Juni 1903 eingeweihte Synagoge. 1885 wurde aufgrund von Baumängeln des alten Gebäudes, in dem die Synagoge beherbergt war, von der Jüdischen Gemeinde beschlossen, eine neue Synagoge an diesem Ort zu errichten. Der Entwurf des Architekten J. Otto Kerwien sah ein Gebäude im Stil des Neobarock vor und wurde 1901 von Kaiser Wilhelm II. genehmigt. Die neue Synagoge umfasste 154 Plätze für männliche und 162 für weibliche Gemeindemitglieder und war, entsprechend der Ausrichtung der Gottesdienste des Reformjudentums, mit einer Orgel ausgestattet, auf der der Organist der Nikolaikirche die Gottesdienste zeitweise begleitete. Am 9. November 1938 wurde die Synagoge geschändet und die Inneneinrichtung zerstört. Da sich im direkt angrenzenden Nachbargebäude die Hauptpost befand, wurde das Haus nicht in Brand gesteckt. Heute erinnert eine Gedenktafel an die ehemalige Synagoge, deren Gebäude 1945 von britischen Bomben zerstört und zehn Jahre später abgerissen wurde.